Keep on Rollin'

Da kommt sie, die angeschlagene grüne Lady! Mit zerknautschter Visage, zerdepperten Scheinwerfern und qualmenden Kotflügeln schleppt sich die 1,6 Tonnen schwere Schlange beim 24-Stunden-Rennen durch die grüne Hölle. Die Massen toben, dem Ringsprecher überschlägt’s fast die Stimme: Schafft sie’s? Hält sie durch? Um kurz nach fünfzehn Uhr dann das "Wunder vom Ring": Sie ist da! Die Titus-Viper ist im Ziel!!

"Das war unglaublich. Das war so ein Wahnsinn!" – Ein paar Wochen später sitzt Titus Dittmann in seinem Büro in einer riesigen umgebauten Fabrikhalle in Münster und strahlt wie ein ganzes Dutzend Teenager nach bestandenem Mofaführerschein. "Innerhalb von zwei Monaten haben wir einen Totalschaden rennfertig gemacht. Keiner von uns ist je vorher auf einer Viper ein Rennen gefahren. Alle haben uns für völlig bekloppt erklärt!"

Die ausschließlich mit Flüssiggas betriebene grüne 97er Viper, pilotiert von Titus Dittmann und Sohn Julius, Fahrzeugunternehmer Dag von Garrel sowie Victor Smolski, Gitarrist der Metal-Band "Rage", wurde zur Siegerin der Herzen beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Nach einer filmreifen letzten Runde am Nachmittag des 15. Mai rollte die ramponierte Rennschlange unter gigantischem Jubel ins Ziel. Um Spitzenzeiten ging es von Anfang an nicht. Sondern um die gute Sache. In wenigen Tagen wird die zweite Skateboard-Anlage in Afghanistan eingeweiht – ein Gemeinschaftsprojekt von Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck, Grünhelme e.V. und "skate-aid".

 

Titus Dittmann – ehemaliger Lehramts-Referendar und seit den achtziger Jahren größter Skateboard-Lieferant Europas – versteht sich als "Lobbyist für pubertierende Rotzlöffel" (O-Ton), der sein Netzwerk im "Establishment" für sein soziales Engagement nutzt. Der Wirtschaftspreis der Stadt Münster, der Titel "Entrepreneur des Jahres 2001" und der Verdienstorden des Landes NRW sind nur einige seiner Auszeichnungen.

 

Nach einem verpatzten Börsengang 2006 und dem Beinahe-Aus seiner Firma suchte Titus nach Wegen, seine Projekte für die Jugend weiterzufinanzieren. Unter dem Stichwort "skate-aid" rief er entsprechende Events ins Leben, lädt einmal jährlich zu einer Gala ein, auf der sich stets namhafte Supporter tummeln. Alles, was hier an Spenden zusammenkommt, fließt in Skateboardprojekte für die Jugend rund um den Erdball.

 

Und auf jener "skate-aid Night" im November 2009 wurde das Gas-Viper-Projekt geboren. "Wir hatten einen Totalschaden in der Garage stehen, eine 97er Viper. Und an diesem Abend kam ich darauf, dass es doch irre wäre, sie für das nächste 24-Stunden-Rennen fertigzumachen und für unsere gute Sache zu starten", erzählt Titus.

 

Die ganze Story und viele Bilder findet Ihr in der CHROM&FLAMMEN, Ausgabe 08/2010!

Von: Steffi Biber

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