23. Juli 2009: Wendelin Wiedeking tritt mit sofortiger Wirkung zurück

Wendelin Wiedeking und Holger Härter (rechts), Foto: UnitedPictures

Wendelin Wiedeking und Holger Härter (rechts), Foto: UnitedPictures

Michael Macht

Michael Macht

Thomas Edig. Fotos: Auto-Reporter/Porsche

Thomas Edig. Fotos: Auto-Reporter/Porsche

Wendelin Wiedeking: seit 1992 Vorstandssprecher und seit 1993 Vorsitzender des Vorstandes der Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG, seit 28. Januar 2006 Mitglied im Aufsichtsrat der Volkswagen AG, seit 2007 außerdem Vorsitzender des Vorstandes der Porsche Automobil Holding SE, ist am 23. Juli 2009 von seinen Posten zurückgetreten

"Ein Elefant tritt ab" – tagesaktueller Kommentar von Peter Löschinger

(verfasst am 23. Juli 2009) Sein aus Loriots Feder stammender elefantöser Namensvetter aus der Quiz-Show “Der große Preis“ verknotete immer so schön zum Abschied seinen Rüssel und verkündete den Stichtag der nächsten Ziehung. Nun, noch ist nicht genau überliefert, ob sich Elefant Wiedeking ähnlich verabschiedet hat, als sich sein “Stichtag“ am 22 Juli nach der vorgezogenen Aufsichtsratssitzung dem Ende neigte. 

Fakt hingegen ist: Wendelin Wiedeking ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der Aufsichtsrat Porsche Automobil Holding SE habe sich mit Wiedeking über dessen Abschied geeinigt. Neuer Vorstandschef der Sportwagentochter Porsche AG wird der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht, der auch Mitglied des Vorstands der Konzernholding wird. Auch Finanzchef Holger Härter, der die Übernahme des Volkswagen-Konzerns durch Porsche mit komplexen Finanztransaktionen in die Wege geleitet hatte, wird Porsche verlassen, wie der Branchendienst AutoReporter vermeldete.

Was beim “Großen Preis“ die Lotterie zugunsten der ehemaligen “Aktion Sorgenkind“ war, ist bei Wiedeking die Kompensation für die Auflösung seines Vertrags, der noch bis 2012 gelaufen wäre. 50 Millionen Euro wurden aufgerufen, von denen die Hälfte an eine soziale Stiftung gehen soll. Wiedeking habe dieses Angebot ebenso angenommen wie Härter, dem man einen Ausgleich von 12,5 Millionen Euro anbot, teilte Porsche mit. Damit verzichten Wiedeking und Härter offenbar in erheblichem Umfang auf Ansprüche. Wiedeking war fast 17 Jahre lang Chef des Stuttgarter Unternehmens. Seine Abfindung war in einer Höhe von 100 Millionen Euro erwartet worden, zeitweise wurden sogar 250 Millionen Euro kolportiert. 

Wiedeking liegt auch die Presse am Herzen, die in Teilen schon seit geraumer Zeit seine Entmachtung prognostizierte. Wie AutoReporter berichtete, will er dem Sozialfonds der Landespresse Baden-Württemberg e.V., der Stiftung der Hamburger Presse und dem Verein Kollegenhilfe niedersächsischer Journalisten e.V. je 500 000 Euro zukommen lassen. Die Spenden sollen entsprechend den jeweiligen Satzungszwecken der Unterstützung notleidender Journalisten im Alter dienen. 

Ob darin ausschließlich reine Mildtätigkeit oder doch ein zynisch-hochherrschaftlicher Wink vom multi-millionenschweren Ex-Vorstand in Richtung der im Alter nicht immer bestens versorgten Journalisten zu sehen ist? Wer weiß das schon so genau? Fest steht jedoch: Elefanten vergessen eben nicht.

Von: Peter Löschinger

Kommentare aus der Community

Du bist nicht angemeldet. Nur angemeldete User können Kommentare schreiben und beantworten.

Zur kostenlosen Registrierung geht´s im Bereich Community.

Bereits registriert? Dann melde dich über das Formular in der linken Spalte an und schreibe Deinen Kommentar!

AUDI SCENEPORSCHE SCENEflash OPEL SCENEVW SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK