24.9.2010: 911 GT3 R Hybrid mit Schwungradspeicher – Feature

911 GT3 R Hybrid

911 GT3 R Hybrid

Fotos: Porsche AG

Raffinierter Energiespeicher mit Schwungrad911 turbo S Coupé911 turbo S Coupé

(24.09.2010) Kennen Sie noch Spielzeugautos mit Schwungradantrieb? Modelle, die mit einem solchen Antrieb ausgestattet sind, der von dem "Kleinwagen"-Herstellern gerne auch etwas hochtrabend "Friktionsmotor" genannt wird, müssen mit ein wenig Nachdruck angeschoben werden und setzen dann, dank der im Schwungrad gespeicherten Energie, ihren Weg fort.

Mit ein bisschen Glück und einem entsprechend schweren Schwungrad reicht die "Tankfüllung" bis zum Ende des Kinderzimmers und bietet auch genügend Kraft, um kleinere Hindernisse wie zum Beispiel Legosteine aus dem Weg zu räumen. Nach dem gleichen Prinzip wird der Porsche 911 GT3 R Hybrid angetrieben.

Zumindest fast. Und auch nur teilweise. Daher können wir Entwarnung geben: Porsche-Besitzer müssen ihre Sportwagen demnächst nicht anschieben. Das System, das Porsche im 911 GT3 R Hybrid auf dem Genfer Autosalon präsentierte, soll nicht als primäre Antriebsquelle dienen, sondern stellt ein cleveres Konzept zur Speicherung zurückgewonnener Bremsenergie dar.

An der Vorderachse des 911 GT3 R Hybrid dienen zwei Elektromotoren als zusätzliche Antriebsaggregate. Diese Elektromaschinen, die vermutlich aus Gründen der Reduzierung ungefederter und rotierender Massen nicht als Radnabenmotoren ausgeführt, sondern an der Karosserie montiert sind, wirken beim Bremsen als Generatoren.

Bei der Speicherung der Bremsenergie kommt jetzt das Schwungrad ins Spiel. Da der 911 GT3 R Hybrid als reines Motorsportfahrzeug ausgelegt ist, braucht das Coupé keinen Beifahrersitz, sodass die Porsche-Ingenieure an dieser Stelle die Schwungradeinheit unterbringen konnten. Diese enthält ihrerseits einen Elektromotor, der mittels des beim Bremsen erzeugten Stroms die Schwungscheibe in Rotation versetzt.

Diese dreht sich im "aufgeladenen" Zustand mit bis zu 40.000 Touren und hält so genug Energie bereit, um im Bedarfsfall für sechs bis acht Sekunden bis zu 120 Kilowatt zu liefern. Wenn der Fahrer die Leistung abrufen möchte, kehrt sich der Ablauf der Bremsphase um: Die Schwungscheibe wird elektromagnetisch abgebremst und erzeugt so elektrischen Strom.

Dieser speist dann die Elektromotoren an der Vorderachse. Porsche präsentierte dieses speziell für den Rennsport ausgelegte Hybridkonzept im 911 GT3 R Hybrid bei verschiedenen Langstreckenrennen, unter anderem auch beim 24h-Rennen Nürburgring und dem Vorprogramm der 24 Stunden von Le Mans 2010.

Eine umfassende Bildersammlung finden Sie hier!

Von: Frank Mundus

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