22.1.2010: über GrandAm in die DTM?

Rolex 24 Hours at Daytona 2010

Rolex 24 Hours at Daytona 2010

Rolex 24 Hours at Daytona 2010

Fotos: Porsche AG, PORSCHE SCENE Newsroom

Rolex 24 Hours at Daytona 2010

(22.01.2010) In wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss nicht nur in der Formel 1 gespart werden. Auch in Deutschlands Renommier-Rennserie, der DTM, tritt 2011 ein Kostensenkungsplan in Kraft. Das wird auch im Ausland wahrgenommen. Einer Präsentation vor Vertretern der japanischen Automobil-Industrie könnte bereits in diesem Jahr eine Neuauflage des DTM-Stadtrennens von Shanghai 2004 folgen. Aus eigener Initiative soll außerdem eine Anfrage der US-amerikanischen GrandAm-Serie bei den DTM-Verantwortlichen eingegangen sein. Porsche könnte dies eine Chance zum DTM-Einstieg 2011 eröffnen. Denn in der GT-Klasse der GrandAm-Series gewann der Zuffenhausener Sportwagenbauer nicht nur die Hersteller-Meisterschaft 2009, sondern stellte mit dem 28-jährigen Niedersachsen Dirk Werner auch den Sieger der Fahrerwertung. Neben Mercedes, Audi, möglicherweise BMW und den Asiaten könnte Porsche in zwölf Monaten Eckpfeiler eines weltweiten Produktionswagen-Formats sein.

Dass im Motorsport das Geld gerade auf höchster Ebene nicht mehr so locker sitzt wie noch vor fünf Jahren, ist Fakt. Auch bei Porsche bemerkt man dies anhand der Absatzzahlen des 911 GT3 RSR. Die Top-Version des aktuellen Carrera können nur noch die wirtschaftlich stärksten Teams einsetzen, sonst niemand mehr. Obendrein handelt es sich in den meisten Fällen um Rennställe mit aktiver Werksunterstützung. Früher reichten die Mieteinnahmen Rennen fahrender Kunden aus, um einen Businessplan zu erfüllen. Doch dieses Kalkül geht außer bei den 24 Stunden von Le Mans nirgendwo mehr auf. Das FIA-GT3-Reglement fing den klassischen Kundensport auf. Für 2010 präsentierte Porsche den neuen 997 GT3 R (wir berichteten in PORSCHE SCENE 01/2010). Die Auflage erfreut sich lebhafter Nachfrage, inoffiziell existiert eine Reserveliste mit jenen Kaufinteressenten, denen keine Quote zugeteilt werden konnte. Sie hoffen auf eine im Sommer nachgeschobene zweite Charge von zehn zusätzlichen Fahrgestellen. Die ersten zwölf Chassis sind unter strategischen Gesichtspunkten an ihre Abnehmer verteilt worden.

Die Erkenntnis ist eindeutig: Während die Einsatzkosten eines GT3-Fahrzeugs noch halbwegs tragbar sind, weht eine Klasse höher – in der FIA-GT2 – ein scharfer Wind. Hinter den Kulissen wird zwar an einer 2010er Entwicklungsstufe des 911 GT3 RSR gearbeitet, aber die Stückzahlen werden überschaubar bleiben. Die Macher der US-amerikanischen GrandAm-Series können sich in Zeiten wie diesen auf die Fahnen schreiben, mit der Krise deutlich früher gerechnet zu haben als andere. Der technische Spielraum, der in letzter Konsequenz über die Höhe der Einsatzkosten entscheidet, ist in der Grand-Touring-Klasse (GT) geringer als im FIA-GT3-Reglement europäischen Zuschnitts. Ein aktueller 911 GT3 Cup S oder demnächst GT3 R aus dem ADAC GT Masters oder dem Porsche Sports Cup wäre in der GrandAm-Series nicht einmal startberechtigt – zu teuer, zu aufwändig. Dank eines 2009 freigegebenen Bodykits sehen die 911 GT3 Cup "Grand-Am" nur so ähnlich aus wie ihre hierzulande verwendeten Pendants. Obendrein sind sie erfolgreicher. Denn während im deutschen ADAC-GT-Masters und in der FIA-GT3-Meisterschaft Audi die Titel abräumte, dominierte Porsche mit vier Saisonsiegen die GT-Herstellerwertung der GrandAm-Series. Zusammen mit dem Einheimischen Leh Keen holte der 28-jährige Niedersachse Dirk Werner den Fahrertitel. Als erster Europäer gewann er ihn nach 2007 zum zweiten Mal. Die Mannschaftswertung sicherte sich Werners Arbeitgeber, die fränkisch-amerikanische Kooperation Farnbacher-Loles. Werners Erfolge brachten ihm den begehrten "Porsche Cup" für den erfolgreichsten Fahrer privater Porsche-Rennwagen ein. Neben dem Wanderpokal erhielt er einen neuen 911 GT3 im Wert von 120.000 Euro. Damit sind Dirk Werner und die GrandAm-Series Aushängeschilder des Porsche-Sports in aller Welt. Ihre Symbolwirkung könnte sogar um eine weitere Dimension erweitert werden. Denn die Verantwortlichen der GrandAm-Series haben sich mit den Organisatoren der DTM in Verbindung gesetzt. Man wolle sich in Grundsatzfragen der Reglementgestaltung mit dem Deutschen Tourenwagen Masters befassen, so die offizielle Lesart. Zurzeit setzt sich das GrandAm-Starterfeld aus zwei Hauptkategorien zusammen. Neben den kostengünstigen, weil seriennahen GT-Fahrzeugen stehen die 2003 eingeführten "Daytona Prototypes" (DP) im Rampenlicht.

Von: Carsten Krome

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