Buswerk since 1971

Buswerk since 1971

Für die heutigen Verhältnisse ist es vollkommen Normal das es Nutzfahrzeuge gibt die vielseitig einsetzbar und in den unterschiedlichsten Versionen geordert werden können. Als VW mit dem T1 und mit dessen Nachfolger dem T2 auf dem Markt kam, war diese Vielseitigkeit eine begehrte aber nicht selbstverständliche Option. Ob als Leichenwagen, Kranwagen, Camping-Wagen, Pritsche, Kombi, Kleinbus mit oder ohne Doppelkabine, die Anwendungsvarianten sind schier unerschöpflich. Kein Wunder also das der Bulli sich bis heute einer unverändert großen Beliebtheit erfreut. Und so ist auch Alexander aus Tamsweg in Österreich ein großer Fan klassischer Volkswagen geworden. Seine Pritsche kaufte er vor zirka 3 Jahren seinem Berufsschullehrer ab und begann mit einigen Umbaumaßnahmen, die den Bulli Zeitgenössisch verschönern sollen.

„Alex“ ist schon von Kindesbeinen an Fan der Marke VW. Mit seinem Vater lernte er das Schrauben an VWs in der heimischen Garage. Machte seine Ausbildung zum Mechatroniker und konnte nicht aufhören an den Wolfsburgern herum zu schrauben. Kommenden Winter hat Alex auch schon wieder so einige Projekte die auf seine Hilfe warten. Über den Winter möchte der Österreicher einen 1er Golf Breitbau sowie einen Umbau eines 60er Jahre Käfers realisieren. Seine Pritsche nennt er liebevoll „Mein Schatz!“ ohne dabei Gefahr zu laufen, für diese Äußerung von seiner Freundin ärger zu bekommen. “Meine Freundin spielt die zweite Geige und mein Auto die erste!“ so Alex über das heimische Kräfteverhältnis. 

Arbeitspferd und Kultmobil

Das wichtigste für Alexander war die Tieferlegung mit der er auch startete. Mit Hilfe von Tieferlegungsachsschenkeln und einem Luftfahrwerk legt Alex die Pritsche extrem tiefer. Für die Tieferlegung auf der Hinterachse sorgen Drehstäbe, so dass der Bulli Keilförmig tiefergelegt wurde. Die Bremsanlage ließ Alex so wie sie war, mit Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten. Als kleines Highlight verbaute der Schweiß-Techniker die beliebten Porsche-Fuchs-Felgen in 6 x 15 Zoll ET35 auf der Vorderachse und in 7 x 15  Zoll ET23 hinten. Die Fuchs-Felgen waren schon damals als der T2 auf den Markt kam ein Renner für sämtliche Karmann Ghia, Käfer Bullis und Porsche. Zusammen mit den 165er Weißbandreifen vorne und den 185er Weißbandreifen hinten, wirkt der T2b jetzt schon viel attraktiver. Auf der Fahrer- und Beifahrertür ließt man den Schriftzug „Buswerk since 1971“, den Alex extra im „Used-Look“ angebracht hat. Dazu Pinselte er den Schriftzug auf die beiden Türen und tupfte vorsichtig mit einem Schwamm teilweise die Farbe wieder ab, damit der Schriftzug so aussieht als wäre er schon seit 1975er auf dem Bulli zu sehen. Damit war dann auch gewährleistet, dass der neue Schriftzug auch zum Gesamtbild des alten VW-Busses passt. Ebenso schick sind die beiden gelben Scheinwerfer, die neben dem Retro-Look auch noch hervorragend zum Style passen. Diese wurden damals Serienmäßig verbaut. Dadurch versprach man sich eine Milderung blauer und violetter Lichtanteile. Was bei Regen, Schnee oder Nebel auch zutrifft. Allerdings sorgt die gelbe Beleuchtung für eine Farbverfälschung, was die Erkennbarkeit von Hindernissen behindert. Deswegen sind die gelben Scheinwerfer im Laufe der Zeit mehr und mehr verschwunden.

Twin-Tone-Lackierung

Optisch macht die Pritsche, obwohl an der Karosserie keine Änderungen vorgenommen wurden, eine Menge her. Alex lackierte ab der Höhe der Außenspiegelbefestigung das Dach und eine kleine Leiste rund um die Pritsche in Weiß. Als kleinen Kontrast zu der ansonsten grünen Pritsche passt hervorragend zu den Umbaumaßnahmen. Denn passend zu dem Twin-Tone-Look, lackierte der VW-Fan die vordere und die hintere Stoßstange ebenfalls mit weißem Lack. Die Ladefläche wurde mich schickem neuem Holz bezogen, so dass Alex seine Pritsche aussieht als hatte er sie gerade erst in Hannover abgeholt. In Hannover wurde zwischen 1967 und 1979 im VW-Werk Hannover Insgesamt 2.533.188 Exemplare des T2 produziert.

Pritsche mit Leder!

Im Innenraum setzt Alex sein Projekt passend zur äußeren Erscheinung fort. Eine schicke Lederausstattung inklusive mit Leder bezogenem Dachhimmel, Sitzbank und Türverkleidungen wirkt die VW-Bus fast schon wie Neu. Von der Kultmarke Empi besorgte sich Alex ein stylisches Holzlenkrad sowie einen dazu passenden Schaltknauf des selben Herstellers. Alex seine Bulli wirkt wie eine 1975 umgebaute Pritsche. Der Zustand der Kultmobils hat sich eher verbessert und die Tieferlegung erinnert an die historischen Anfänge wo die ersten Bullis und Käfer ordentlich tiefer gelegt wurden. An der Stelle kann man Alex für das Glück das er hat, mit einer solch schicken Pritsche über die wunderschönen Landstraßen Österreichs zu Cruisen, nur beneiden. Sei es ihm gegönnt!


Scene-facts*:

Typ: T2b Pritsche Typ 26
Baujahr: 1975
Motor: 1.6-Liter-Vierzylinder-Boxermotor, Hubraum: 1584 ccm, Verdichtung: 7,7:1, Bohrung x Hub: 85,5x69 mm, Solex-Fallstromvergaser, Serienmäßiger Motor
Auspuff: Serie
Leistung: 50 PS
Getriebe: manuelles 4-Gang-Schaltgetriebe
Fahrwerk: T2D-Luftfahrwerk auf der Vorderachse mit Monroe-Stoßdämpfern, Drehstäbe auf der Hinterachse
Bremsanlage: Original-Scheibenbremse vorne, original Trommelbremse hinten
Felgen: Porsche-Fuchs-Felgen in 6 & 7 x 15 Zoll, ET35 vorne, ET23 hinten
Reifen: 165/50R15 vorne, 165/55R15 hinten, mit Weißbandreifen
Karosserie: Serie, Orginalfarbe: Grün, Dach weiß nach lackiert
Interieur: Empi-Flat4-Lenkrad und Schalthebel, Dachhimmel, Verkleidungen und Polster mit hellem Leder bezogen
HiFi: Serie
Sonstiges: gelbe Scheinwerfer

*(Halter- bzw. Herstellerangaben)

Von: Text & Fotos: Dominique Fourcade

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